Wir dürfen die Innenstadt nicht verlieren

CDU-Bürgermeisterkandidat Philip Kleineberg hat Barmeierplatz im Blick

17.07.2020 | Westfalen-Blatt - Daniel Salmon
Foto: Daniel Salmon
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Die Zukunft und Weiterentwicklung der Engeraner City liegen CDU-Bürgermeisterkandidat Philip Kleineberg besonders am Herzen. Im Blick hat er hier vor allem den Barmeierplatz. Aber auch zum Thema Sicherheit hat der 33-Jährige eine klare Meinung.

„Der Barmeierplatz sieht heute noch so aus wie vor 15 Jahren. Er dient eigentlich nur als Parkplatz. Das geht doch nicht“, prangert Kleineberg die aus seiner Sicht verfehlte Chance an, den Bereich in der Mitte der Stadt attraktiver zu gestalten. Wie das gehen könnte, darüber haben sich der Christdemokrat und seine Mitstreiter bereits Gedanken gemacht. „Wir müssen den Verkehr aus dieser Zone herausholen. Möglicherweise könnte dort eine Einbahnstraße oder eine Sackgasse eingerichtet werden.“ Der Platz selbst soll mehr für die umliegende Gastronomie genutzt, die Aufenthaltsqualität auf der Fläche gesteigert werden: „Das fände ich eine großartige Idee.“ Die Zufahrt der Parkpalette könnte verschwinden, die Stellplätze stattdessen von der Bahnhofstraße aus zugänglich gemacht werden.

„Wenn wir die Innenstadt nicht komplett verlieren wollen, müssen wir das ISEK-Programm viel mehr auf diesen Bereich ausrichten“, fordert Kleineberg. Generell müsse sich die Verwaltung mehr auf die Einwerbung von Fördermitteln von Bund und Land für innerstädtische Projekte konzentrieren. „Das Fördermittelmanagement ist wichtig. Die Haushaltslage ist angespannt und wird sich mit Blick auf die Corona-Krise vorerst nicht verbessern“, erklärt der Christdemokrat. Und es könne nicht Aufgabe der ehrenamtlichen Politiker sein, zu recherchieren, welche Gelder wofür fließen könnten. „Das ist Aufgabe der Verwaltungsspitze“, kann sich Kleineberg einen Seitenhieb auf Amtsinhaber Thomas Meyer (SPD) nicht verkneifen. Im benachbarten Spenge sei man in der Sache weiter, argumentiert der CDU-Mann und hat dabei den Blücherplatz im Sinn, der nun komplett mit Fördermitteln umgestaltet werden kann: „Aber natürlich hatten die zuletzt auch viel Glück.“

Eine weitere Baustelle in der City ist für Kleineberg das Heckewerth-Gelände. Dieses dürfe nicht weiter in einem Dornröschenschlaf schlummern und brach liegen, nachdem sich die Pläne, dort ein Fachmarktzentrum zu errichten, zerschlagen hatten (diese Zeitung berichtete mehrfach). „Da darf man den Kopf nicht in den Sand stecken“, so Kleineberg. Und weiter: „Es kann mir keiner erzählen, dass es in ganz Deutschland keinen Investor gibt, der sich auf dem Areal etwas vorstellen kann und den man dann nicht mit dem Eigentümer zusammenbringen kann.“ Essentiell sei für den Aspiranten auf den Chefsessel im Rathaus in diesem Zusammenhang auch die Ansiedlung eines Drogeriemarktes in Enger. „So etwas gehört nach Enger. Da laufen uns andere Kommunen den Rang ab.“ Wichtig sei auch, die Anbindung der Ortsteile nicht aus dem Blick zu verlieren. Eine Verbesserung der Erreichbarkeit könnte durch die Einrichtung eines Bürgerbusses erzielt werden. Der müsse zwar ehrenamtlich getragen werden, aber entsprechende Impulse müssten aus dem Rathaus kommen.

Auch in puncto Wirtschaftsförderung gebe es in der Widukindstadt Nachholbedarf. „Im Rathaus ist dafür gerade einmal eine zehntel Stelle angesiedelt“, moniert er. Dabei sei Enger attraktiv, sei ein guter Standort für Industrie und Gewerbe. „Aber dafür muss man doch auch mal werben! Wir haben leer stehende Immobilien, die interessant für Unternehmen seien könnten.“

Im Fokus seines Wahlkampfes steht für Kleineberg auch das Thema Sicherheit. Zwar sei Enger generell eine sichere Stadt. Aber es gebe dennoch Problempunkte, die der 33-Jährige offen anspricht. So hat er rund um den Bereich der Realschule Fälle von Drogenkriminalität wahrgenommen. „Das Ordnungsamt muss mehr körperliche Präsenz an solchen Stellen zeigen.“ Ins Gespräch bringt er eine Ordnungspartnerschaft mit der Polizei, wie sie auch in anderen Städten im Kreis gut funktioniere – etwa in Bünde. „Polizei und Ordnungsamt könnten gemeinsam auf Streife gehen. So könnte man auch das Problem der Vermüllung besser in den Griff bekommen.“