Kleineberg setzt auf Digitalisierung

CDU-Kandidat für das Bürgermeisteramt will Innenstadt touristisch attraktiver machen

07.08.2020 | Westfalen-Blatt - Ruth Matthes
Foto: Ruth Matthes
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Das Widukindmuseum und die Stiftskirche sind Orte, die Philip Kleineberg immer wieder gerne besucht. „Sie sind nicht einfach nur architektonische Schmuckstücke, sondern in ihrer historischen Bedeutung Identifikationspunkte für die Engeraner“, sagt der CDU-Kandidat für das Bürgermeisteramt. Auch seine ganz persönliche Geschichte ist mit der Stiftskirche eng verknüpft, heiratete er hier doch 2016 seine Frau Friederike, Tochter Milla (2) wurde hier getauft.

„Enger hat als Widukindstadt ein Alleinstellungsmerkmal, das man mehr herausstellen sollte“, urteilt der 33-Jährige. „Mein Ziel ist es, die Innenstadt so attraktiv zu gestalten, dass wir sie touristisch präsentieren können. Dazu gehört die behindertengerechte Gestaltung ebenso wie eine Außengastronomie auf dem Barmeierplatz.“

 

Eine weitere Idee des Betriebswirtes ist, ein zeitgemäßes Widukinddenkmal aufzustellen. „Dies könnte über Crowd­funding finanziert werden“, schlägt er vor. Zudem müsse dringend etwas mit dem ehemaligen Heckewerthgelände geschehen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dort wirklich niemand investieren will.“

 

Zur CDU kam der Unterbrandmeister der Feuerwehr Enger Anfang 2014. „Ich wollte mich in meiner Heimatstadt auch politisch engagieren, um etwas zu bewegen und habe mich nach einer Partei umgesehen, die meinen Vorstellungen am nächsten kommt“, erzählt der passionierte Heimwerker, der auch einen alten Fiat Barchetta in der Garage stehen hat.

Schnell saß er als sachkundiger Bürger in Ausschüssen, wurde stellvertretender Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes und Mitglied des geschäftsführenden Kreisvorstandes. „Wenn ich etwas mache, dann richtig“, sagt er. Also musste er auch nicht allzu lange überlegen, als ihn der Vorstand fragte, ob er als Bürgermeister für Enger kandidieren wolle.

 

Die Aufgaben in diesem Amt sieht er darin, Netzwerke mit Land, Kreis, Unternehmen, IHK und Vereinen zu knüpfen und diese gewinnbringend für die Stadt zu nutzen. „Er sollte das Personal so führen, dass die Mitarbeiter ihren Fähigkeiten entsprechend optimal eingesetzt werden“, sagt Kleineberg. „Außerdem muss er Ideen für Enger haben und diese auch den Menschen vermitteln können. Eine Barmeierplatz-Sanierung zum Beispiel kann nur im Austausch mit Bürgern und Geschäftsleuten funktionieren.“ Er persönlich möchte die Autos nicht ganz aus dem Zentrum verbannen. In Sachen ÖPNV könnte er sich einen Bürgerbus für Oldinghausen vorstellen.

 

Nachholbedarf sieht Kleineberg im Bereich der Wirtschaftsförderung. „Eine 20-Prozent-Stelle für dieses wichtige Thema reicht einfach nicht“, betont er. Sein Ziel ist es, durch eine digitalere Verwaltung Kapazitäten einzusparen, um in anderen Bereichen Stellen schaffen zu können. „Dann müssten wir vielleicht nicht dauernd teure Gutachten erstellen lassen, weil wir die Kompetenzen im eigenen Haus hätten.“

 

Kleineberg setzt sich außerdem für eine Erweiterung der Grundschule Enger-Mitte am jetzigen Standort ein: „Ein Neubau würde unsere Kapazitäten sprengen.“ Außerdem müsse dort endlich die Schulwegsicherung angegangen werden. Der Sanierungsstau an den öffentlichen Gebäuden müsse erfasst und behoben, Photovoltaikanlagen installiert werden. Die Schulen müssten digital gut ausgestattet und auch alle Schüler mit Endgeräten versorgt werden. „Für diese Projekte war nie so viel Fördergeld da wie jetzt. Das müssen wir nutzen.“